neues:

..

 
2004-07
 
 
 
 

1981-83     1984-87     1988-90     1991-93    1994-97


1998-00
    2001-03     2004-07     2008     2009     2010

2011     2012    2013    2014    2015

 

 

2004

-fremde-



fremde._text.pdf



Flüchtige Behausung 
weisser raum 7, insitu Chur, Peter Trachsel verteilt 40 Zelte im Raum Chur


vor dem Rathaus,Chur

2005
Kartause Ittingen 2 Monate Aufenthalt in der Kartause. Stipendium


im Winter

 

Wettbewerb Kunst am Bau, Kantonalbank Graubünden:
Die Gedanken, das Vorgehen

2.1.   Eine Fussgängerzone ist dafür angelegt, dass Menschen darin zirkulieren. Eine Fussgängerzone   definiert sich durch  ihre Begrenzung, die Häuserzeilen, die Häuserzeilen einer Stadt

2.2    Der neue Platz ist Teil der Fussgängerzone, des Zirkulierens, der Begegnung.

2.3    Die Begegnung braucht einen Halt, einen Ort, will sie nicht anonym bleiben.

2.4    Die Häuserzeilen haben Geschichte, einzelne Häuser zeigen Geschichte andere wollen Geschichte     schreiben

2.5.   Die GKB zeigt Ornament; der Neubau nimmt es auf.

2.6.   Die Geschichte, die Geschichten zeigen Temperament, Wärme, Lebensfreude

2.7.   Der Halt (2.3) soll diese Gefühle in einem Ort fassen, konzentrieren, zur Entfaltung bringen.

2.8.   Wasser, die Grundlage zur Lebensfreude, führt zur Oase, dem Brunnen, zur Trinkstätte.

2.9.   Die Trinkstätte wird Halt (2.3), Ort, Gebäude, wird SIRUP-KIOSK und bleibt Brunnen.

2.10. Sirup kommt aus dem Arabischen: sarab. Aus sarab entsteht Basar (Markt).

2.11. Das Ornament (2.5) im Zusammenhang mit der Stadt(2.4) weist den Weg zur Form, dem Grundriss, und zur Farbe.

2.12. Der Grundriss des sarab-Basar dem Halt (2.3).

2.13. Der sarab-Basar, die Trinkstätte (2.9) ist Oase, Brunnen als „lebendes“ Objekt.(Treffpunkt, Begegnungsstätte, Ort der Kommunikation).Auch das Wasser fliesst während 365 Tagen im Jahr vom Dach den Aussenwänden entlang und schafft so ein Klima des Wachstums für die verschiedensten Pionierpflanzen.

2.14. Die Oberfläche von Dach und Aussenwänden ist Ornament und Auffangort für herumfliegende Sporen,

2.15. die sich zu Moos entwickeln.

2.16. Im Winter wird die Trinkstätte (2.13) zum warmen eisOrt.

2.17. Zum Schluss. al *banco gehen bekommt auch am Halt (2.3) seinen Sinn.

2.18.So freuen wir uns auf den Ort der Lebensfreude, dem banco für die Sinne:
sarab-Basar
(Reto Zindel, Peter Trachsel 2.Rang)



Blue Hall Marktplatz Europa II, Kunsthalle Arnstatt / Thüringen,19.03. - 22.05.05 (Beteiligung)
Der Schweizer Künstler P.Trachsel, dieHasena, zerlegt eine Banenkiste und konzipiert 13 Variationen, Möglichkeiten einer „flüchtigen Behausung“. Bedrückend einfach stellt er, indem er die Bananekiste direkt zum Thema macht, impliziet einen Zusammenhang zur Ausbeutung, Obdachlosigkeit und Entwurzelung im Kontext des Bananenhandels her. (Corina Bellin)



die Sensation des Selbstverständlichen (Projektwetbewerb Altersheim Jenaz , mit R.Zindel,Y.Wächter, CH.Müller, T.G.Brunner, März/April 2005)
Da und dort an einem Ort. Leben und Sterben im Zentrum des Prättigaus. Mittendrin und doch am Rand das Alters- und Pflegeheim auf der Tennishalle Küblis vereinigt Gegensätze. Angrenzend an das Zentrum einer lebendigen, organisch gewachsenen Siedlung und ein sehr nahes Erholungsgebiet mit Fluss und viel Grün bleibt es nach beiden Seiten offen. Zonen der Aktivität und Passivität, der Kommunikation und des Rückzugs sind mit wenigen Schritten erreichbar. Der Fluss ist nicht weiter entfernt als das Dorf- Markt- und Einkaufszentrum der Bahnhof, verschiedene TherapeutInnen, oder das Büro der Krankenkasse.

Auch die Struktur des auf der Tennishalle für Sport, Gymnastik, Therapie, Konzerte errichteten, an einem grossen Platz für Parkierung, Markt,  Sport- und andere Anlässe liegenden Gebäudes spiegelt diese Durchlässigkeit und Offenheit. Mit individuellen Bereichen, Meditationsraum und Dachgarten bietet es Möglichkeiten zum Rückzug, gleichzeitig schafft es Durchblicke ins Pulsierende Leben und Gelegenheiten zu gemeinsamen Aktivitäten.

Die Nutzungsüberlagerungen und -kombinationen tragen dazu bei, das Altern und Entwerden nicht an den Rand zu drängen, sondern in den natürlichen Lebenszusammenhang ein zu beten. Begegnungen zwischen alt und jung, aktiv und kontemplativ werden dabei zwanglos, mit selbstverständlicher Beiläufigkeit und Natürlichkeit möglich. BewohnerInnen werden, wo sie es wollen, täglich konfrontiert mit dem ganz normalen Leben von aussen, das ins Innere des Gebäudes übergeht, einfliesst.

BesucherInnen, NutzerInnen der Tennishalle und des Marktplatzes erfahren das Alter als einen Lebens abschnitt, der nicht durch eine künstlich hochgezogene Mauer vom Rest des Lebens abgetrennt ist: Die Mauer ist durchbrochen von Türen, Fenstern, Durchblicken, die scheinbare Grenze wird fliessend, durchlässig, Verdrängt es erfahrbar als Übergang zu einer weiteren Seinsweise, an der die Jüngeren teilhaben und von der sie lernen können. Wie die verschiedenen Lebensalter fliessen auch das Individuelle und das Gemeinsame natürlich, selbstverständlich ineinander.

BewohnerInnen und Besucherlnen finden eine Vielfalt unterschiedlicher Horizonte und Umgebungen, die Kommunikatives oder Versunkenes, Ein- oder Ausblicke, Stimulieren des und Beruhigendes betonen.

Die Kombination von Räumen unterschiedlichsten Zuschnitts erlaubtes, die Anlage aucht Urverwandte Funktionen zu nutzen. Die wandelbare offene Struktur bietet Entwicklungsmöglichkeiten für die lebendige Zukunft einer Siedlung mit grosser Anziehungskraft.

Das Alters- und Pflegeheim bietet Berührungspunkte für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, innen und aussen, es schafft Räume für Kontinuität, den Fluss des Lebens, bezieht Erinnerungen und Liebgewordenes ein in den lauf der Zeit und die Vision der Zukunft. Es trägt bei zur vitalen Durchdringung verschiedener Lebensbereiche, setzt Austausch an die Stelle des Abschieds, lässt gelebtes Leben weiter wirken, in Zukünftiges einfliessen. Es ist ein Ort der Grenzüberschreitung, des Weitergehens und der Weitergabe.

Wie in Stammes und Sippenkulturen bleibt damit eine lebendige Tradition, das wechselseitige Voneinander- Lernen und Einander- Begleiten erhalten.
Aus der Jurierung gefallen
.



„Le gout du sel“ Bex+Arts 04.06 - 25.05.05 (Beteiligung, mit Reto Zindel)
das Abwesende: - Es ist Spur und Ahnung - Sehnsucht nach dem Vergangenen und dem Vergangen-Sein-Werdenden.
- Es äussert sich, ist erkennbar im grossflächigen Gewebe / Geflecht (4 m x 50 m, Schnüre aus Kokosfaser, mit Salzlauge behandelt,) in der schiefen Ebene, abgehoben von der Topografie, mit vereinzelten Schnüren verankert in der Wiese, mit der Vegetation sich senkend und hebend, schwer und schlaff bei Nässe, leicht und gespannt bei Trockenheit: atmend.
- Es ist räumliche Textur und somit Spur und Nachhall von Architektur. Es ist das Netz des Abwesenden.
-Es ist driftende, zum Hang hin sinkende Konstruktion und es ist tragende Struktur und somit Ahnung und Andeutung von Architektur, von einer zukünftigen massstabslosen (Be)Setzung in der Natur:
Ein Vehikel in der Landschaft für das Erfahren, Erleben, Erkennen von le goût du sel.


Kokosgeflecht aus dem Salzwasser

„Sektor Panzerhalle“, 11.06. - 26-06.2005 Atelierhaus Panzerhalle D.14476 Potsdam. (Beteiligung)
Die Künstleranweisung als Ausgangslage.
Gearbeitet wird mit den Begriffsfeldern. Macht , Agression Vernichtung, Zerstörung, Zerschlagung, Ohnmacht, Neuordnung, Aufteilung, Zonen, Sektoren, Wiederaufbau, Versöhnung, Leben, Tod und Hunger.
Dagegen setzte ich Ich . Ich als die Kettfäden des gewebeten (zu webenden) Begriffsteppichs.
Jeder sich durch die Ausstellung bewegende Besucher erhält einen Kopfhörer, aus dem in ruhiger aber eindringlicher Sprechweise das Wort Ich ertönt. Unendlich. Ich in den verschiedensten Sprachen in unerhörter Intensität gesprochen.
fragend, bejahend, verneinend, beschwörend, anklagend
Der Schritt verändert sich, das Atmen verändert sich vielleicht verändert sich auch die Wahrnehmung. Es wird Fehler im „Teppich“ geben genauso wie Ergänzungen.


die Kopfhörer

passieren 03.07.05 - 31.12.05 auf den Bühnen derHasena
In einem permanent der Öffentlichkeit ausgesetzten Raum, der Passage, Durchfahrt, Durchgang, Überfahrt - Lauf, Gang - Weg, Fuhrt, wird für 6 Monate die dauernde Präsenz der Kultur sichtbar, indem professionell Kulturschaffende und Dilettanten, In-und Ausländer, Fremde und Einheimische täglich, in ihrer je eigenen Form, die Bühnen bespielen
aufbauen, umbauen, festhalten, präsentieren, abbauen, sein, zeigen, bewegen…
passieren


Gabriela Gerber / Lukas Bardill

 

  

KultBAR, 21uhr, 21.06.2005 Maienfeld
Präsentation des sarab-Basar und vorstellen derHasena




Die Farbe, Ein Spiel
Ein Projekt für den Kulturpreis 2005, Wirtschaft und Kultur Willisau, (Oktober)
Eine Konvention wird sichtbar, wenn man sie willkürlich ändert.
Der Gedanke:
Täglich ziehen wir uns von neuem an, wir bekleiden uns. Manchmal sehr bewusst, uniform, modisch, ein andermal mit dem was gerade herumliegt oder selbst gedankenlos ist möglich. Selten ist der Fall, dass uns niemand in den gewählten Kleidern sieht, begeben wir uns doch täglich unter (angezogene) Mitmenschen, selbst wenn wir krank im bett liegen werden wir gesehen und quasi bei jedem Gesehen- werden sehen auch wir. Aber nehmen wir wahr?
Das Konzept:
Wir versuchen die Bevölkerung von Willisau dazu zu bewegen sich während 5 Wochen an einem bestimmten Tag in einer bestimmten Farbe, einem bestimmten Farbton zu kleiden und so „verpackt“ den Tag wie gewöhnlich zu verbringen (versuchen), arbeiten, einkaufen, flanieren, dem Müßiggang frönen und vieles mehr. An zwei Orten in der Stadt werden 2 kleine Tribünen aufgestellt von denen herab man dem Farbtreiben zusehen kann.
Das Vorgehen:
Wir orientieren sämtliche Haushalte der Gemeinde kurz über unser Projekt mit einem Brief und laden sie gleichzeitig ein an der öffentlichen Informationsveranstaltung, die von derHasena bestritten wird, teilzunehmen. Diese Öffentlichkeitsarbeit wiederholen wir für jede einzelne Farbe und wir werden auch an den 5 bestimmten Tagen vor Ort präsent sein zur allfälligen Betreuung und Dokumentation der Spiele.

Indem man jemandem vorschreibt, was er/sie zu tragen hat, werden alle, auch die, die sich nichts vorschreiben lassen wollen, zu Teilnehmern oder Teilgebern.


Tribüne

 

2006
Winterspiel
  - Spaziergang mit einem Künstler  Januar / Februar 2006
Mit den Augen der Andern
Ein Projekt derHasena für Pany Tourismus
Wenn zwei dasselbe sehen, sehen sie nicht dasselbe. Zeichnende, Fotografierende, Schreibende und vielleicht auch Liebende wissen es.

Welches Rätsel ist grösser als die Frage, was die Anderen sehen, wie sie dasselbe wahrnehmen, wie ihre Welt beschaffen ist? Wir können uns diesem Geheimnis nur immer wieder zu nähern versuchen, ohne es je zu ergründen. Alle Kommunikation umkreist diesen Versuch eines Vermittelns von Wahrnehmung und die eigentliche Triebfeder für Auseinandersetzung mit Kunst in jeder Form ist wohl diese Neugier, mehr über die Sicht der Anderen zu erfahren.
Die zweistündige Begegnung unterschiedlicher Wahrnehmungen ist eine Reise ins Innere des Anderen, eine Einladung, den eigenen Blick zu weiten. Ein Spaziergang durch das Ungewohnte der vertrauten Welt.
Selbst wo die Einsichten ins Andere nicht so erschütternd sein sollten, dass sie die Welt aus den Angeln heben, verspricht der Spaziergang spannende Begegnungen  mit den Anderen, der Landschaft und sich selbst.

Das Andere bleibt irritierend und erfrischend unbekannt, will immer wieder neu erforscht werden. Wir können es nur ahnen - so wie die Anderen uns.

 

 

 


keline Pause

 

  

Das dichte Gewebe des dahinfliessenden Lebens Februar – Juli 2006
Vortäge/Gespräche (Seminare) mit Nold Egenter, Zürich, Kristina Ambrosch, Wien, Studienwoche mit H.J.Hespos, Ganderkesee
Manchmal bewirkt eine winzige Verschiebung des Blickwinkels eine völlig veränderte Sicht, in der die selben Dinge plötzlich etwas ganz anderes als bisher zu meinen scheinen. Zu solchen bedeutungsvollen Erweiterungen der Sicht versprechen die Begegnungen mit Nold Egenter, Kristina Ambrosch und Hans Joachim Hespos zu werden. Architektur und Musik werden zu Ausgangspunkten, mehr über das menschliche Unterwegssein zu erfahren.
Nold Egenter
Der Architekt, Ethnologe und Architektur-Anthropologe Nold Egenter spannt den Bogen  dessen, was unter Architektur zu verstehen ist, weit, sehr weit. Die ganze Entwicklungsgeschichte des Menschengeschlechts findet in dieser Sparten übergreifenden Sicht ihren Platz und sogar die Entwicklung jener behaarten VorläuferInnen, die über lange Zeiträume hinweg den Nestbau und den aufrechten Gang erlernten.

Das Bauen scheint dem Architektur-Anthropologen am Anfang zu stehen wie anderen die Musik , die Philosophie oder die Religion. Aus und mit dem Bauen scheint sich das menschliche Raum- und Weltverständnis und besagter aufrechter Gang entwickelt zu haben.

In Ornamenten auf harten, gemauerten Baukörpern entdeckt Egenter Spuren weicher, textiler Vergangenheiten, findet im Flüchtigen, Nomadischen Ursprünge steinerner Formen, lässt uns zum Beispiel die korinthische Säule überraschend als Pflanzenbündel sehen. Der Blick auf das Flüchtige, Ursprüngliche lässt uns überlieferte Formen neu verstehen und gibt aktuellem Bauen wichtige Impulse. Die menschliche Dimension wird wieder entdeckt, der Bau als Erweiterung des menschlichen Körpers und zeichenhafter Träger symbolischer Ueberlieferungen gelesen. Dem Textilen, Weichen kommt in diesem Architekturverständnis entscheidende Bedeutung zu.


Nold Egenter im im alten Schulhaus Putz

 

Kristina Ambrosch
Mehr Wissen zum Textil vermittelt die Ingenieurin, technische Zeichnerin und Werbegraphikerin Kristina Ambrosch. Zentrales Thema ihrer Forschungstätigkeit sind Schwarzzelte, die mobilen Behausungen aus schwarzem Ziegenhaargewebe, die in zahlreichen Nomadenstämmen von Nordwestafrika bis Tibet verbreitet sind. Eine dieser flüchtigen Behausungen befindet sich auch auf dem Gelände derHasena.
Kristina Ambrosch analysiert das schwarze Ziegenhaargewebe und dessen kühlende Eigenschaft bei hohen Aussenlufttemperaturen, die das Schwarzzelttextil zu einem wichtigen Material für nachhaltiges und ökologisches Bauen auch in unseren Breiten machen. Sie weiss auch viel über Nomadenbehausungen weltweit, traditionelle Herstellung von Filzen und Geweben, islamische Kultur und Kultur der Nomaden, Ueberlebenstechniken in heissen Regionen, Diplomatie zwischen verschiedenen Kulturen, Sprachen und Sprachgebrauch.
Nold Egenters Einblicke in die mobilen, textilen Ursprünge des Bauens gewinnen mit Kristina Ambroschs Ausführungen an Plastizität. Es wird anschaulich, wie sich Nomaden über ganze Kontinente bewegten und bewegen, wie das flüchtig Gebaute ihrem Unterwegssein Form gibt, Architektur sich aus den Bedürfnissen dieser Bewegung im Raum entwickelt. Die Flexibilität, Vielseitigkeit und Leichtigkeit des Textilen wird erfahrbar als einer Lebensform entsprungen, in der klimatische und örtliche Bedingungen häufig wechseln.
Kann das Zelt als Vorläufer des Hauses auch in sesshaft gewordenen Kulturen die Möglichkeiten des steinernen Gebäudes ergänzen und erweitern?
Uralte Bezüge zum in Entwicklung befindlichen, Hartes und Weiches, Sesshaftes und Nomadisches integrierenden Hasena-Bau werden sicht- und erlebbar: Bauen als Denken im Raum, als Entwickeln multifunktionaler Formen für bewegendes Unterwegssein, Fliessen…


Kristina Ambrosch im alten Schulhaus Buchen

 

Hans Joachim Hespos
Mit dem Unterwegssein ist Rhythmus. Doch schon der Klang, der vor dem Denken, vor dem Wort war, schon das Geräusch, jegliche Art der Erzeugung von Geräuschen ist für den Komponisten Hans Joachim Hespos Musik.
Zu nichts Geringerem als der gemeinsamen Erarbeitung eines musikszenischen Projektes und seiner Aufführung mit MusikerInnen und Nicht-MusikerInnen lädt der Composer in residence der Staatsoper Hannover nach Dalvazza ein.
Die TeilnehmerInnen der intensiven Studienwoche nomadisieren gemeinsam durch Klangwelten und -strukturen, verdichten unterschiedlichste Klang-Elemente zu einem akustischen Gewebe, in dem Alltägliches in die Musik verflochten und als Musik erkannt wird.
Der Schöpfer einer Oper ohne Libretto, dessen Partituren sich wie moderne Lyrik lesen, hat ein ähnlich grenzüberschreitendes Verhältnis zu seinem Fachgebiet wie Architekturtheoretiker Egenter - alle menschliche Bewegung, ja selbst noch der Stillstand ist Musik, sie ist mit der menschlichen Präsenz und Welt-Erfahrung so untrennbar verwoben wie das Bauen.
Zahlreich die Fäden, die von den Teilnehmenden in das grosse, frei fliessende Klang-Gewebe eingeflochten werden. Einzelnes, Individuelles spiegelt und bricht sich in einem Gemeinsamen, das Erfahrungen, Wahrnehmungen miteinander verbindet.
Ein grosser, kollektiver Atem an- und abschwellender Töne bezieht alles mit ein, was in diesem gemeinsamen Erfahrungsraum mitschwingen will: Lautes und Leises, Langsames und Schnelles, Harmonisches und Widerspenstiges, Schrilles und Ruhiges, das sich eine Woche lang formt und biegsam, elastisch bleibend zu einer Aufführung gelangt, die Abweichungen, Variationen und künftige Veränderungen offen lässt.
In ihrer Verschiedenheit tragen die Teilnehmenden zur Einheit des Widersprüche umfassenden und übersteigenden Ganzen bei, und manchmal bewirkt eine winzige Verschiebung des Blickwinkels eine ...


HESPOS beim Passagenhaus, Dalvazza

 

 

(Gast)Gewerbe
KünstlerInnen begleiten Gewerbetreibende. ein Projekt derHasena im Prättigau (8.-14. Mai 2006)
Auf Begegnungen der eher ungewohnten Art darf man im Prättigau gespannt sein. Im Rahmen des Projekts (Gast)Gewerbe derHasena in Dalvazza/Küblis werden vier junge KünstlerInnen im Alter zwischen 20 und 26 Jahren eine Woche lang je einen Gewerbetreibenden begleiten. Die aussergewöhnliche Zusammenarbeit ist kein Berufspraktikum, sondern ein Brückenschlag, ein Erfahrungsaustausch. Kunst wird in den Alltag getragen und Alltag in die Kunst. Wie beeinflussen die scheinbar so verschiedenen Arbeitswelten einander? Wie trifft sich die Freiheit der Kunst mit der Termin-und Zweckgebundenheit des Gewerbes? Wo kommt es zu Wechselwirkungen?
Was sich in diesem gemeinsamen Unterwegssein entwickelt, ist offen, wird sich aber in einer Dokumentation niederschlagen, die Interessierten Einblick in die Erfahrungen gibt. Während KünstlerInnen schon seit längerem in Forschungslabors mit WissenschafterInnen zusammenarbeiten, rückt das Projekt (Gast)Gewerbe die Kunst noch näher in den „ganz normalen Alltag“. Die verschiedenen Ansätze, die Welt wahrzunehmen und in ihr zu wirken, werden sich wohl nicht vermischen - „Kunstgewerbe“ wird ebenso wenig angestrebt wie „Gewerbekunst“.

Für beide Seiten zu entdecken sind einige unerwartete Überschneidungen, gemeinsames Gebiet, wo man sich für allein befähigt fühlte. Doch dort, wo sich Kunst und Gewerbe am deutlichsten unterscheiden, gibt es vielleicht am meisten zu lernen. Sich selbst in dieser Auseinandersetzung mit dem Gegensätzlichen klarer erkennen und vielleicht etwas von diesem Gegenpol ins Eigene einbauen könnte bestehende Perspektiven erweitern.

Wie wird Kunst bodenständig? Wie integriert das Gewerbe die Quantensprünge der Kreativität in geschäftliche Sachzwänge und weitgehend festgelegte Arbeitsabläufe? Wie wird der Mensch mobil, beide Sichtweisen in einer Sicht zu integrieren, auch wenn ihm naturgemäss die eine oder die andere näher liegt?

Das Projekt (Gast)Gewerbe ist einer der vielen Schritte in diese Richtung. Die Kunst verlässt den elfenbeinernen Turm, lässt sich auf den Alltag ein, ohne damit alltäglich zu werden. Da ist immer dieses Unerwartete, noch nicht Verwirklichte, Sich-Anbahnende, auf das sie horcht, für das sie offen bleiben muss, um dem bereits Vorhandenen, gewohnheitsmässig bestens Funktionierenden neue Klänge, neue Ideen zu entlocken, die dem sich sonst Verbrauchenden neue Impulse vermitteln, frische Energie.

Wo der Kunst der Boden zu entgleiten droht, kann das Gewerbe nicht auf Effizienz, Handfestes und bewährte, verlässliche Methoden verzichten. Manches bestimmt der Auftraggeber, doch auch der Handwerker braucht die Offenheit für das Neue, noch nicht fest Geformte, um im Fluss der Entwicklung zu bleiben, den Bereich des Möglichen auszuweiten. Dass es dennoch Mut braucht, dem Irritationsfaktor Kunst im vertrauten Arbeitsalltag Gastrecht zu gewähren, macht die Bereitschaft und Gelegenheit dazu noch wertvoller.


Nicht zuletzt sind KünstlerInnen und Gewerbetreibende Menschen - was sie zuweilen voneinander vergessen, so weit scheinen die Erfahrungswelten voneinander getrennt. Das Projekt (Gast)Gewerbe trägt wohl auch dazu bei, einander auf dieser Ebene näher zu kommen. Vielleicht wächst ein Verstehen daraus, das weniger von Sichtweisen geprägt ist als vom gemeinsamen Unterwegssein. Wo Menschen nicht in allem gleich sein wollen, entdecken sie das Gemeinsame, und mancher erblickt eine etwas unbekanntere oder weniger gelebte Seite seiner selbst im Anderen.


Das Projekt (Gast)Gewerbe will sich nicht in Theorien verlieren, sondern ganz praktisch auf die Leute und ihren Alltag zugehen.

Die am Projekt (Gast)Gewerbe beteiligten Gewerbetreibenden und KünstlerInnen sind bereit, auch mal mit anderen Augen zu schauen oder sich zumindest über das Gesehene und die Art des Sehens zu unterhalten. Wie beeinflusst diese Auseinandersetzung Sehen und Gesehenes, wie setzen die Beteiligten das Angeregte um?
Das Projekt (Gast)Gewerbe wird zu einer für jedeN verschiedenen Erfahrung, die möglicherweise weit über die gemeinsam angegangene Woche hinaus wirkt, Übergänge in die zum Teil vertraute, zum Teil fremde Welt des Anderen schafft. Mit dem Anderen den Sektor der Wahrnehmung zu verbreitern, die Welt zu vergrössern, vielleicht das Ganze der möglichen Wahrnehmungen zu ahnen wäre ein Ziel.


alle Beteiligten beim Abschluss-Fest


 

1+1=1 der Ort und der Nichtort = ein Ort als Kunst,  Juni, wird aus aktuellem Anlass (Umfahrung Küblis) wieder aufgenommen siehe untenstehend: 1 + 1 = 1 der Ort und der Nichtort = ein Ort als Kunst ...



 

Juni/Juli Begegnung mit Valentina Vuksic und ihrer Arbeit: Sigbeep- sechs Prozesse suchen einen Operator was zur Vorbereitung des Projekts „Museum“ 14 Räume für die Kunst führt.


aus der Ausstellung der Diplomarbeiten im Toni-Areal Zürich

 

Passerhütte Die Erfahrungen im Rahmen von Prättigau-Plus (Tourismusprojekt) führen zur Arbeit Passerhütte - die Lust des Schauens, Beobachtens ist in fast jedem Moment aktiv. Das unbeobachtete Beobachten scheint sogar ein Bedürfnis zu sein welches einen wichtigen Anteil beim Entscheiden, bei der Entscheidungsfindung, besetzt.
Hütte Nr 1. Sept. in Dalvazza/Luzein.


Sicht auf Dalvazza mit Passerhütte

 

Das 26. Verkehrsmahl (24.Sept.2006) findet aus aktuellem Anlass (1+1=...) auf den Sandlösern in Dalvazza statt. Ein Fest der Fahrenden. (erst Standplatz der Jennischen zukünftig  Ein/Ausfahrt Umfahrung Küblis)


die Verkehrsmahl-Musikantinnen Stephanie Pichonnat & Sabina Käser

 

Ohr sein 22.August – 15.Oktober  Galerie Repfergasse 26, Schaffhausen. Ungewöhnlich das Thema: «Ohr sein». Mit dabei war der Wortkünstler Rolf Vieli. Er holt wie Lawrence Weiner das Augenmerk zu optisch auffallenden Bedeutungsgruppierungen, beginnt nach Minimal Art leise zu verändern - um in fetten Lettern den ohrenbetäubenden Kontrast zu zeigen. Beim Durchgang zum Galerieraum im Café zu finden...
Yost Wächter las aus seinem Buch Individuelles über die Grenzverwischung von Hören und Schreiben und Störung. Eingebettete japanische Texte über einen wundersamen Vogel brachte er in der Sprache Nippons zu Gehör.  Die Dominanz im Raum teilen sich zwei Teile seines Werkes. Links neben dem Eingang zentriert eine kalkweisse, tellergrosse Vertiefung mit einer kleinen Öffnung den Blick. Feuerrot glänzend könnte die zu Grunde liegende, raumgreifende Fläche als Tafel für einen grossen Freundeskreis gelten -doch die Delle ist dazu geschaffen, den Kopf darauf zu betten. Einen undefinierbaren Laut vernimmt man, dann wieder nichts, dann einen Geräuschansatz. Als ob ein Wortbegriff in seine Bestandteile zerlegt worden sei. Die Menschen richten sich aus ihrer der Performance ähnlichen Verrenkung auf. Doch «Ohr sein» wartet mit drei naturweissen vertikalen Gebilden auf; Stelen mit Ohrtrichtern oder Pilze oder Knochen evozieren trotz verbindender Schnur Reales. Die Oberfläche glitzert von Kristallen aus Alaun und Pigmenten, vom Schliff des durchscheinenden Zementes.


Vernissage

 

Kunst die Wissen schafft   25. Nov.  Vortrag Nr. 4: Warum ist Landschaft schön?
Eine Einführung in die von Lucius Burckhardt begründete Spaziergangswissenschaft.
Der Schweizer Oekonom, Soziologe, Kunsthistoriker und Planungstheoretiker Lucius Burckhardt (1925 - 2003) beeinflusste bereits in den 1950er-Jahren die Gestaltung unserer Umwelt grundlegend. Sein neues Fach Spaziergangswissenschaft gründete er in den 1980er-Jahren an der Universität Kassel vor dem Hintergrund eines zunehmend von rein technologischen Gesichtspunkten geprägten Bauens.
Lucius Burckhardt stellt Bauen, Planen und Gestalten in den Erlebnisraum der unmittelbar menschlichen Wahrnehmung. Daraus hat sich ein neuer Ausgangspunkt für Verständnis von Landschaft und städtischem Raum entwickelt, das sich am Einzelnen orientiert.
Martin Schmitz,Berlin, der Mitherausgeber und  Verleger eines Buches mit Texten von Lucius Burckhardt, macht uns mit den Grundzügen der Spaziergangswissenschaft vertraut, einer Sichtweise, die das menschliche Erleben in den Mittelpunkt stellt.
"Wo Vorhandenes, an dem man sich orientieren konnte, verändert wird, da müsste reiche Orientierung geboten werden. Solche aber entsteht nicht durch den wahllosen Einsatz von  Bedeutungsträgern, ebenso wenig wie Sprache durch Lautstärke hergestellt werden kann. Vielmehr müssen Mittel der Ausdrucksschöpfung subtil in den vorhandenen Kontext eingebracht werden und diesen verdeutlichen. Dass dabei der jeweils kleinste Eingriff gewählt wird, gibt die Garantie dafür, dass auch das Vorhandene in seiner Bedeutung verstanden und aufgenommen wird."  Lucius Burckhardt


Martin Schmitz (rechts) im Gespräch mit einem Besucher

  

2007

ein dichtes Jahr



archiv_2007_.pdf

 
impressum Anmeldung